Nachgemeinderatsversammlung vom 16.06.2014


Im Mittelpunkt der jüngsten Nachgemeinderatsversammlung von Miteinand‘ für Anger standen neben dem obligaten Bericht über die letzte Gemeinderatsitzung vor allem die Vorbereitungen für das Wiesengolfturnier, das am 06. Juli auf der Anlage beim Gasthaus Waldfrieden stattfinden soll. Dazu ist jetzt vorgesehen, dass bei diesem Turnier Kinder bis zu 12 Jahren, Jugendliche und Erwachsene einzeln sowie in Teams gewertet werden, wobei für die Kinder die leichteren Hindernisse vorgesehen sind und von den Erwachsenen schwerere Aufgaben zu bewältigen sind. Zusätzlich wird eine Sonderwertung für Familien angeboten.

 

In seinem Bericht über die Gemeinderatssitzung zeigte sich Gemeinderat Franz Enzinger enttäuscht davon, dass sich der Gemeinderat in seiner Mehrheit einer verstärkten Förderung junger Familien bei der Mittagsbetreuung an der Grundschule verweigerte. So steigen ab dem Schuljahr 2014/2015 die von den Familien zu leistenden Gebühren bei einer Betreuung an fünf Tagen in der Woche (einschließlich Mittagessen) von bisher 160 € monatlich zwar nur auf 161 € monatlich, dafür wird aber die Betreuungszeit statt auf 16.00 Uhr auf 15.30 Uhr verkürzt. Und selbst bei einer Mittagsbetreuung, die bereits um 14.30 Uhr endet, sind monatlich 153,00 € von den Eltern zu entrichten. In diesen Beträgen ist zwar die Betreuung vom Schulzeitende bis um 13.00 Uhr enthalten, die Gemeinde Anger liegt mit ihren Gebühren jedoch weit über den Beiträgen, die von vergleichbaren Gemeinden im Landkreis erhoben werden. Für Enzinger ist nicht verständlich, wenn wir uns als Gesellschaft einerseits darüber beklagen, dass in Deutschland zwar immer weniger Kinder geboren werden, dass wir uns aber andererseits im konkreten Einzelfall verweigern, wenn es darum geht, jungen Familien mit Kindern die notwendige Unterstützung der Allgemeinheit vor Ort zukommen zu lassen. Schließlich sind, so Enzinger, unsere Kinder auch und vor allem unsere Zukunft, in die wir vorausschauend investieren  und es nicht bei Lippenbekenntnissen belassen sollten.

Dabei war für ihn besonders gravierend, dass im Hinblick auf die Haushaltslage der Gemeinde ein höheres Defizit bei der Mittagsbetreuung der Schulkinder keinesfalls zu vertreten sei, so die Auffassung der Verwaltung, dass aber bereits beim übernächsten Tagesordnungspunkt für die Asphaltierung einer Gemeindestraße großzügig eine überplanmäßige Ausgabe von 18 000,-- € bewilligt wurde. Allein diese Mehrkosten hätten ausgereicht, um die Mittagsbetreuung der Schulkinder für die nächsten zwei Schuljahre sicherzustellen.    

Nicht verständlich bleibt für ihn auch, warum die Sitzungsniederschriften der öffentlichen Gemeinderatssitzungen, die ja für jeden Gemeindebürger einsehbar sind, nicht auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlich werden sollen. Nachdem in öffentlichen Sitzungen nur Themen behandelt werden, bei denen schutzwürdige Interessen Einzelner eben nicht berührt sind, sollte für ihn das Interesse der Öffentlichkeit an  Informationen aus dem Geschehen in den öffentlichen Gemeinderatssitzungen überwiegen, wobei die derzeit mögliche Einsichtnahme in die Niederschriften bei der Gemeindeverwaltung für viele ein Hemmnis ist und das Internet heutzutage die in jeder Hinsicht gängige Informationsquelle darstellt. Dass die Gemeindeordnung eine solche Veröffentlichung noch nicht vorschreibt, ist für Enzinger daraus erklärbar, da dieses Gesetzeswerk 1952 geschaffen wurde und damals Begriffe wie Homepage oder Internetseite wohl noch vollkommen unbekannt waren.

 

 

16062014 Miteinand' für Anger e.V.


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Nachgemeinderatsversammlung vom 16.06.2014
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