Nachgemeinderatsversammlung vom 16.04.2015


Zum Schutz der Kinder ist eine Baustellenzufahrt für das Neubaugebiet Unteranger zwingend notwendig“ fasste Gemeinderat Günter Wolf die Diskussion zusammen, die im Mittelpunkt der jüngsten Nachgemeinderatsversammlung des Vereins Miteinand' für Anger stand. Für ihn ist es einfach nicht zu verantworten, wenn Tausende von Baustellenfahrzeugen über Jahre hinweg durch ein Siedlungsgebiet fahren, in dem es die Kinder gewohnt sind, auf oder neben der Straße zu spielen. Dass dabei zudem die soeben erst neu errichtete Siedlungsstraße Schaden nimmt, steht für ihn außer Zweifel.

Seitdem sich der Gemeinderat Anger dazu entschlossen hatte, das Neubaugebiet in Unteranger um einen weiteren Bauabschnitt zu ergänzen und durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes hierfür die ersten Fakten zu schaffen, ist die Diskussion um die Baustellenzufahrt zu diesem Baugebiet ebenso entbrannt wie die Frage nach einer dauerhaften Anbindung des gesamten Siedlungsgebietes an die angrenzende Staatsstraße 2103. Nach den bisherigen Planungen der Gemeinde sollte die Erschließung des gesamten Siedlungsgebietes Unteranger hauptsächlich über den Prälat-Kolbeck-Weg erfolgen. Auch als Zufahrt zum katholischen Kindergarten sowie zum Sportplatz war diese Siedlungsstraße vorgesehen.

Grund für diese Absicht der Gemeinde war die Weigerung des Staatlichen Bauamtes Traunstein, das Siedlungsgebiet Unteranger über eine weitere Anschlussstelle zu erschließen. Auch eine Aussprache zwischen der Gemeinde, einer Anliegergemeinschaft, die zwischenzeitlich aktiv geworden war, und dem Staatlichen Bauamt brachte keine Annäherung der Standpunkte. Lediglich beim Thema Baustellenzufahrt lasse das Bauamt mit sich reden. 

„Es ist nun an der Gemeinde zu klären, ob die Grundstückseigentümer mit der vorübergehenden Errichtung einer Baustellenzufahrt einverstanden sind“ beurteilte Gemeinderat Bernhard Koch die jetzige Lage, „und auch die Höhe der zusätzlichen Kosten zu ermitteln, damit die Anlieger und Bauwerber wissen, welche Belastungen auf sie zukommen“. Er rief die Grundstückseigentümer auf, im Interesse der Anlieger, vor allem aber der betroffenen Kinder, ihr Einverständnis nicht zu verweigern.

Abgesehen von der Problematik einer vorübergehenden Baustellenzufahrt bleibt es für Gemeinderat Franz Enzinger aber nicht nachvollziehbar, dass das Staatliche Bauamt keine Einsicht in das Bestreben der Gemeinde zeigt, ein Siedlungsgebiet von erheblicher Größenordnung in einer Weise an die Staatsstraße anzuschließen, die absolut vernünftig ist und lange und umständliche Zufahrten durch Siedlungsstraßen vermeidet. „Auf diese Weise“, so Enzinger, „wird die Planungshoheit der Gemeinde zugunsten des fließenden Verkehrs ausgehöhlt. Es muss doch schließlich einer Gemeinde überlassen bleiben, in welcher Richtung sie sich erweitern will, auch wenn sich dadurch die Grenzen für den innerörtlichen Verkehr verschieben“, bekräftigte Enzinger seine Ansicht, dass die Gemeinde in diesem Punkt weiterhin mit Nachdruck ihre Interessen gegenüber dem Staatlichen Bauamt verfolgen soll.

 

16.04.2015

Für den Verein „Miteinand' für Anger“

Günter Wolf


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Nachgemeinderatsversammlung vom 16.04.2015
Schwerpunkt: Baustellenzufahrt Baugebiet Unteranger
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