Nachgemeinderatsversammlung vom 18.02.2015


Neben einem Rückblick auf den erfolgreichen Kinderfasching standen vor allem die Themen Tourismusausrichtung und Feuerwehrbedarfsplan im Mittelpunkt der kürzlich von „Miteinand‘ für Anger“ durchgeführten Nachgemeinderatsversammlung.

Enttäuscht zeigte sich dabei Gemeinderat Günter Wolf vor allem vom Ergebnis der Präsentation, die zur Frage der Neuausrichtung des Tourismusgeschehens im mittleren und nördlichen Landkreis den versammelten Gemeinderäten in Freilassing vorgestellt worden war. Viele Wochen intensiver Gespräche und Diskussionen in den einschlägigen Gremien hatten, so die Präsentation, letztendlich nur zur Erkenntnis geführt, dass das Berchtesgadener Land eine Marke, einen Markenprozess benötigt, und zwar nicht nur für den Tourismus, dass bei aller Vielfalt der Region Geschlossenheit notwendig ist und dass die Wirtschaft mit ins Boot geholt werden soll. Dies sind nach Auffassung von Wolf eigentlich Erkenntnisse, die auch in unserer Region längst bekannt sind, die allerdings mangels Einigkeit bisher nicht umgesetzt wurden. Und in der Frage der Umsetzung sieht Wolf den einzigen Lichtblick, wenn auch mit aller Skepsis auf Grund der bisherigen Erfahrungen. Denn nur vollkommen neue Strukturen auf Landkreisebene im Bereich Wirtschaft und Tourismus könnten hier endlich für Bewegung sorgen, wobei diesen Strukturen dann auch entsprechende Kompetenzen eingeräumt werden müssten.

Für wesentlich mehr Emotionen sorgte dann schon das Thema Feuerwehrbedarfsplan, das seit geraumer Zeit die Kommunalpolitik ebenso beschäftigt wie manchen Stammtisch. Hier gab Gemeinderat Franz Enzinger seiner Verwunderung Ausdruck, dass nach der jüngsten Entscheidung des Gemeinderates, noch bevor ein Feuerwehrbedarfsplan überhaupt in Auftrag gegeben ist, nun doch für die Feuerwehr Anger die zeitnahe Ersatzbeschaffung eines Mannschaftswagens erfolgen soll, obwohl das jetzige Fahrzeug, wenn auch etwas betagt, noch voll einsatzfähig ist und selbst die TÜV-Überprüfung mit relativ geringem Aufwand bewerkstelligt werden kann. Er sieht gerade in einem solchen Feuerwehrbedarfsplan eine solide und objektive Grundlage, auf der die Zukunft der Feuerwehr aufgebaut werden kann und der auch Maßstab für die technische Ausstattung und die Organisationsstruktur der Feuerwehr sein muss. Dazu betonte Gemeinderat Bernhard Koch, dass es für ihn nicht entscheidend ist, ob die Feuerwehren in Anger in Aufham auch künftig getrennt bleiben. Für ihn kommt es ausschließlich darauf an, in welcher Organisationsform die Feuerwehr im Gemeindegebiet am wirkungsvollsten einsetzbar ist und auch zukunftsfähig bleibt. Es ist für Koch wenig sinnvoll, heute Investitionen zu tätigen und Strukturen beizubehalten, die zwar möglicherweise derzeit gerade noch zu rechtfertigen sind, die jedoch schon in wenigen Jahren auf Grund absehbarer Veränderungen nicht mehr zeitgemäß sind und die Einsatzfähigkeit beeinträchtigen könnten. Und auch auf diese Fragen sollte der Feuerwehrbedarfsplan Antworten geben und sich nicht in einer reinen Bestandsaufnahme erschöpfen. Deshalb sei es für ihn auch zwingend, die dazu notwendigen Daten zwar vor Ort zu erheben, die daraus zu ziehenden Folgerungen dann aber einer externen, unabhängigen und fachlich kompetenten Einrichtung zu übertragen.  

 

 

Anger, 18.02.2015

Für „Miteinand‘ für Anger e.V.“

Günter Wolf


Download
Nachgemeinderatsversammlung vom 18.02.2015
Schwerpunkte: Feuerwehrbedarfsplan, Tourismusausrichtung und Rückblick Kinderfasching
Miteinand-fuer-Anger-2015-02-18.pdf
Adobe Acrobat Dokument 20.9 KB