Nachgemeinderatsversammlung vom 10.02.2016


Nachdem das Thema Unterbringung von Asylbewerbern in aller nächster Zeit die Gemeinde Anger unmittelbar betreffen wird, stand die damit einhergehende Problematik auch im Mittelpunkt der jüngsten Nachgemeinderatsversammlung von „Miteinand‘ für Anger“. Dabei zeigte Gemeinderat Bernhard Koch durchaus Verständnis für Bedenken und Ängste bei betroffenen Anliegern von Unterkünften für Asylbewerber. Dies um so mehr, als die heutigen Flüchtlinge, anders als zum Beispiel nach dem 2. Weltkrieg, aus einem anderen, uns doch meist fremden Kulturkreis kommen und auch in der Regel einer Religion angehören, die sich, wenn auch nur in ihrer extremen Ausprägung, gerade in den letzten Jahren nicht immer von ihrer friedlichen Seite zeigte. Koch hob jedoch auch hervor, daß die allermeisten der Menschen, die sich aus den Kriegsgebieten zu uns auf den Weg machten, absolut friedfertig sind und unserer Hilfe bedürfen. Er rief daher dazu auf, den neu Ankommenden ohne Vorurteile zu begegnen und sie nach ihrem tatsächlichen Verhalten vor Ort zu beurteilen. Für ihn sei es wichtig, daß die Asylbewerber gleichmäßig auf die Ortsteileverteilt und vor allem in möglichst kleinen Wohneinheiten untergebracht werden, damit eine Ghettobildung weitgehend vermieden wird. „Letztlich“, so Bernhard Koch, „habe der Gemeinderat bei den anstehenden Bauanträgen zur Errichtung von Asylbewerberunterkünften im Grunde keinen Entscheidungsspielraum. Die Gemeinde müsse die festgelegte Quote an Asylbewerbern unterbringen, im schlimmsten Falle auch in der Sporthalle, und die Bauwerber hätten einen Anspruch darauf, daß die Bauvorhaben bewilligt werden, wenn sich diese im Rahmen der vorgegebenen Quote bewegen“. Ein Dauerbrenner bei den gemeindlichen Diskussionen ist nach wie vor die für das Baugebiet Unteranger von den Anliegern gewünschte Baustraße. So erfreulich es ist, daß das Staatliche Bauamt deren Errichtung als Zufahrt von der Staatsstraße 2103 für drei Jahre zugestimmt hat, so unverständlich bleibt es für Gemeinderat Franz Enzinger, daß es offenbar nur schwer gelingt, deren Kosten im Rahmen einer Ausschreibung zu ermitteln und diese Kosten dann auch gerecht zuzuordnen. „Denn schließlich“, so Enzinger, „profitieren von einer solchen Baustraße nicht nur die Anlieger des Prälat-Kolbeck-Weges sondern auch die Gemeinde selbst beim Bau der neuen Erschließungsstraße und beim Erhalt der Pfaffendorfstraße und letztlich auch die Bauwerber, die sich im Neubaugebiet ansiedeln und dann über eine kurze, unkomplizierte und kostensparende Zufahrt zu ihren Baugrundstücken verfügen“. Erfreuliches gab es hingegen aus dem Gemeinderat in der Sache Verlegung der Ortsdurchfahrt von Aufham zu berichten. Die vom Ingenieurbüro Höllige erarbeitete Machbarkeitsstudie zeigte, daß eine solche Verlegung in einer Weise verwirklicht werden kann, hier vor allem durch die geplante Einhausung, die zum einen den Durchgangsverkehr vermeidet, andererseits aber durch die neue Trassenführung keine weiteren Anliegerzusätzlich belastet. Und auch die geschätzten Baukosten von 5 bis 6 Millionen Euro bewegen sich in einer Größenordnung, die dafür spricht, daß das Vorhaben im Zuge des Ausbaues der Autobahn A 8 realisierbar ist. Wobei hierfür sicherlich noch viel Unterstützung von Seiten der Politik notwendig sein wird. Abschließend hatte auch die Vereinsvorsitzende Elke Walcher zur Frage der Ferienbetreuung 2016 in der Grundschule Anger noch eine gute Nachricht parat. Nachdem sich ausreichend Interessenten für eine solche Betreuung gemeldet hatten und auch die Gemeinde dieser zugestimmt hat, werden die Schüler in den ersten zwei Augustwochen in diesem Jahr nicht nur wiederum fachkundig betreut; ihnen wird zusätzlich ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Freizeitprogramm angeboten. Anmeldungen werden in Kürze möglich sein. Fragen zur Ferienbetreuung sind jederzeit unter Tel. Nr. 08656 / 989545 möglich.

 

14.02.2016


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Nachgemeinderatsversammlung vom 10.02.2016
Schwerpunkt: Unterbringung von Asylbewerbern,
Baugebiet Unteranger Baustraße, mögliche Verlegung Ortsdurchfahrt Aufham, Ferienbetreuung 2016 durch den Verein Miteinand für Anger e.V.
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