Nachgemeinderatsversammlung vom 10.08.2016


 

Pressemitteilung 

 

Welche Chancen haben die heimischen Gewerbebetriebe in Anger? Und was tut die Gemeinde konkret, um expansionswillige Gewerbebetriebe vor Ort zu halten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der jüngsten Nachgemeinderatsversammlung von „Miteinand‘ für Anger“, nachdem sich der Gemeinderat anlässlich seiner letzten Sitzung mit deutlicher Mehrheit gegen ein Gewerbegebiet an der Angerstraße ausgesprochen hatte. 

 

„Zwar wird immer wieder beklagt, dass die Wirtschaftskraft der Gemeinde zu wünschen übrig lässt“, so Gemeinderat Franz Enzinger in seiner Rückschau auf die Sitzung, „aber wenn es dann darum geht, dass sich die Gemeinde aktiv um geeignete Gewerbegebiete und vor allem auch um deren Gestaltung bemühen soll, dann genügen kleinliche Bedenken und Befürchtungen, und schon werden Lösungsansätze im Keim erstickt“.

 

„Sicher kann man sich besser gelegene Gewerbegebiete im Ortsbereich vorstellen“, 

erläuterte Gemeinderat Bernhard Koch die Zielrichtung des Antrages der Gemeinderäte von „Miteinand* für Anger“, „nur wenn diese eben nicht zur Verfügung stehen, dann gilt es, positiv nach  anderen Lösungen zu streben. So war ja die Zufahrt zum Gelände des Heizkraftwerkes und für dessen Betrieb mit Hackschnitzeln durchaus ausreichend und verkraftet selbst den Verkehr zum Bauhof, für ein kleineres Gewerbegebiet hingegen ist die Zufahrt  nun plötzlich zu eng und nach den baurechtlichen Bestimmungen nicht zulässig.

 

Auch die erweiterte Nachbarschaft zur Grundschule ist für ein Gewerbegebiet jetzt hinderlich“ erinnerte Koch, „war allerdings weder für das Heizkraftwerk noch für den gemeindlichen Bauhof ein Problem. Zudem liegt es ausschließlich in der Kompetenz des Gemeinderates und der Gemeinde, ob ein solch‘ begrenztes Gewerbegebiet jemals erweitert wird und auch welche Betriebe sich dort ansiedeln“. 

 

Gemeinderat Günter Wolf wies zu diesem abendfüllenden Thema darauf hin, „dass es ureigenstes Recht der Gemeinde ist, zu entscheiden, welche Flächen im Flächennutzungsplan als Wohngebiete und welche Flächen zum Beispiel als Gewerbegebiete oder als landwirtschaftliche Gebiete ausgewiesen werden. Einer Antragstellung von Seiten der jeweiligen Grundstückeigentümer bedarf es absolut nicht. Andererseits“, räumte Wolf ein, „wird eine vorausschauende Gemeinde initiativ werden und natürlich zuerst mit den jeweiligen Eigentümern sprechen, bevor bestimmte Grundstücke und Flächen für eine andere Nutzung ausgewiesen werden“. 

 

Einig waren sich die Versammlungsteilnehmer schließlich in der Einschätzung, dass mit der Entscheidung des Gemeinderates zum Thema Gewerbegebiet nicht nur den Gewerbetrieben vor Ort kein guter Dienst erwiesen wurde, sondern dass die gesamte Ortsentwicklung, die ja großflächige Gewerbeansiedlungen vermeiden will und hingegen die Förderungen von kleineren, möglichst regional bezogenen oder einheimischen Betrieben vorsieht, eher gebremst werden könnte. Als positives Element hingegen wurde gewertet, dass der Antrag zur Ausweisung eines Gewerbegebietes auf dem Gelände der derzeitigen  Heizkraftwerksruine zwar abgelehnt wurde, dass aber von ihm vielleicht  ein Signal an die Gemeinde ausgeht, sich ab sofort zielstrebiger darum zu bemühen, dass die vorhandenen Arbeitsplätze am Ort bleiben und mit ihnen nicht auch noch die dringend benötigte Gewerbesteuer in die Nachbargemeinden abwandert, wobei, und daran sei erinnert, der Markt Teisendorf derzeit ein größeres Gewerbegebiet neu schafft und sicher keine Einwände hat, wenn sich dort umsiedlungswillige Gewerbebetriebe niederlassen. 

 

15.08.2016 G. Wolf  


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Nachgemeinderatsversammlung Miteinand für Anger e.V. vom 10.08.2016
Schwerpunkte der Versammlung: Welche Chancen haben die heimischen Gewerbebetriebe in Anger ? Ausweisung neuer Gewerbegebiete im Gemeindebereich Anger.
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