Nachgemeinderatsversammlung vom 18.05.2016


Lebhafte Diskussionen bestimmten die Nachgemeinderatsversammlung, die der Verein „Miteinand‘ für Anger" kürzlich veranstaltet hatte. Immerhin standen mit den Themen Ausbau der Holzhauserstraße, Unterbringung zusätzlicher Kindergartengruppen sowie Folgerungen aus dem Feuerwehrbedarfsplan Punkte auf der Tagesordnung, die bereits in den vorangegangenen Gemeinderatssitzungen für viel und kontroversen Gesprächsstoff sorgten.

 

So begrüßte Gemeinderat Franz Enzinger die Festlegung auf den Standort Katholischer Kindergarten Anger, die der Gemeinderat mit deutlicher Mehrheit zum Zwecke der Unterbringung einer zusätzlichen Gruppe getroffen hatte. „ Auch wenn die Unterbringung dort nur vorübergehend vorgesehen ist, halte ich es für sinnvoll", bekräftigte Enzinger, „den Standort Anger auch für dauerhafte Lösungen zu priorisieren. Zwar sind für eine Dauerlösung noch diverse Planungen sowie Gespräche mit der Kirchenverwaltung notwendig, bei gutem Willen von beiden Seiten sollte es möglich sein, dort zu einer für die betroffenen Kinder und Eltern optimalen Lösung zu kommen, ohne die Gemeinde finanziell zu überfordern", betonte der Gemeinderat ergänzend.

 

Das Thema Holzhauserstraße wird seit geraumer Zeit deswegen so heftig diskutiert, weil sich die Anwohner nach wie vor nicht damit anfreunden können, dass die Ausbaukosten für einen Teil der Straße nach Erschließungsrecht und somit zu 90 v.H. auf die Anlieger umgelegt werden sollen und nicht nach dem Straßenausbaurecht, nach dem auf die Anlieger nur 50 v.H. der Ausbaukosten zu tragen sind. Hier zeigte sich Gemeinderat Günter Wolf schon verwundert, dass in der vorausgegangenen Gemeinderatssitzung vom Gemeinderat die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine Erschießungsmaßnahme pauschal als gegeben angesehen wurden, obwohl eine Einzelabwägung der im Baugesetzbuch vorgesehenen, genau definierten Kriterien nicht stattgefunden hatte und zwar weder im Sachvortrag noch in der anschließenden Beratung des Gemeinderates. Er empfahl daher den Anliegern, „bei den bevorstehenden Ausbauarbeiten genauestens darauf zu achten, inwieweit die bisherige Straße, die ja immerhin etwa fünfzig Jahre Bestand hatte, nicht bereits damals dem Stand der Straßenbautechnik entsprechen hat (vor allem Straßenentwässerung) und dann nur noch nach dem Straßenausbau- recht abgerechnet werden könnte".

 

Durchaus gegensätzlich waren schließlich die Standpunkte in der Frage, welche Folgerungen aus den Empfehlungen des Feuerwehrbedarfsplanes zu ziehen sind.

 

Nach Ansicht des Aufhamer Feuerwehrkommandanten Hans Unterrainer, der sich der Diskussion gestellt hatte, ist die Notwendigkeit einer weiterhin eigenständigen Aufhamer Wehr aus zwei Gründen gegeben: „Zum einen können ohne die Aufhamer Feuerwehr die Einsatzzeiten in Teilen des Gemeindegebietes nicht mehr im notwendigen Umfange sichergestellt werden und zum anderen ist die Gewinnung der dringend notwendigen Nachwuchskräfte in Aufham bei einer kompletten Zusammenlegung der Wehren in Anger und Aufham nicht mehr gewährleistet. Für mich bleibt die eigenständige Wehr in Aufham Garant dafür", bekräftige Unterrainer seine Haltung weiter, „dass auch längerfristig die notwendigen Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, wobei für ihn die Frage des Standortes des Aufhamer Feuerwehrhauses zwar wichtig, aber nicht entscheidend ist".

 

Gemeinderat Bernhard Koch, dem das Thema Zukunft der Feuerwehr schon seit geraumer Zeit wichtig ist, betonte, dass es für ihn nicht ausschlaggebend sei, ob die Gemeinde nun über eine oder zwei eigenständige Wehren verfüge, „für ihn" so der Gemeinderat, „komme es vor allem darauf an, die personelle Besetzung der

 

Feuerwehr auf längere Sicht sicherzustellen und so eine optimale und effektive Einsatzbereitschaft der Feuerwehr im Gemeindegebiet sicherzustellen, wobei er durchaus Zweifel hat, ob dies bei getrennten Wehren noch möglich ist, wie die im Feuerwehrbedarfsplan ermittelten Fahrzeugbesetzungen vor allem in Aufham zeigen".

 

Schließlich war man sich einig, dass sich beide Feuerwehren mit dem Gemeinderat, noch bevor irgendwelche Entscheidungen anstehen, zusammensetzen sollten, um ausgiebig das Für und Wider sachlich abzuwägen und wieder mehr „miteinander statt übereinander" zu reden.

25.05.2016 G. Wolf


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Nachgemeinderatsversammlung Miteinand für Anger e.V. vom 18.05.2016
Schwerpunkte der Versammlung: Ausbau der Holzhauserstraße, Unterbringung zusätzlicher Kindergartengruppen sowie Folgerungen aus dem Feuerwehrbedarfsplan
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